Millionaire Flair
Wo hört Lifestyle auf und wo fängt Dekadenz an? Diese Frage hab ich mir gestellt, als ich erste Bilder von einer Messe für Millionäre sah. Ein findiger Franzose mit Namen Yves Gijrath hat diese Messe ins Leben gerufen und nach Amsterdam, Shanghai, Cannes und Moskau macht dieses Verkaufsschau der besonderen Art jetzt Station in München. Für 39,- Euro Eintritt kann sich jeder ein Bild davon machen, wie wirklich reiche Menschen leben. In den ersten zwei Tagen fanden rund 20.000 Besucher den Weg in die Messe für Superreiche. Anscheinend gibt es nicht so viele Reiche Leute in Deutschland oder sie haben schon alles oder sie möchten einfach nicht gesehen werden in Zeiten wie diesen.
Auf jeden Fall sind es die russischen Oligarchen und ihre Begleiterinnen, die die Messehallen bevölkern. Und sie gucken nicht nur, sie kaufen. Sie kaufen Hubschrauber von Bell, Autos von Mercedes, Masarati, Ferrari und natürlich Maybach. Bei den Immobilien wechseln Villen in Malibu, Schlösser an der Loire und Paläste bei denen der Sonnenkönig neidisch geworden wäre, per Handschlag den Besitzer. Die Preise liegen zwischen 3 Millionen (Strandvilla in Malibu) und 15 Millionen Dollar (Schlößchen in Frankreich).
Wer möchte kann auch direkt eine eigene Südseeinsel erwerben. Da ist die Bettwäsche von Alfredo Pauli mit lupenreinen Diamanten für schlappe 300.000 ,- Euro doch direkt ein Schnäppchen. Ein Klavier- und Flügelbauer macht an einem Abend das Geschäft seines Lebens. Er verkauft sieben Flügel. Der Teuerste kostet 150.000,- Euro und ist mit Blattgold belegt. Neben dem tägliche Kleinkram wie einem Fitnessgerät für 44.000,- Euro, sind auch richtig teure Dinge im Angebot. Yachten natürlich mit Hubschrauerlandplatz, für 20 Millionen oder Jets für 35 Millionen Dollar.
Die Crew kann gleich mitgekauft werden. Zu Entspannung werden Häppchen mit Kavier und Shrimps gereicht und zum runterspülen gibts Champagner und Cognac. Wer nach dem Essen gerne raucht, kann hier mal eben 400,- Euro in die Luft pusten, mit einer vergoldeten Zigarre. Eine Firma für Spezialverglasungen hat auch einen Stand auf der Messe. Panzerglas findet hier einen reissenden Absatz, denn man möchte doch möglichst lange Freude an den schönen Dingen haben. Ob diese Messe nun etwas mit Dekadenz oder doch nur mit gehobenem Lifestyle zutun hat, das muss jeder für sich entscheiden. Ich halte es da mit Friedrich dem Großen: Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.
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