Gänsebraten – ein Klassiker damals wie heute
Der Gänsebraten gehört einfach zum Weihnachtsfest wie Lametta oder Lebkuchen. Dabei gibt kaum etwas, was so schwierig in der Zubereitung ist und so schwer im Magen liegt, wie eine gefüllte Gans.
Gänsebraten Anno 1875
Ich besitze ein sehr altes Kochbuch, besser gesagt eine Art Ratgeber. Geschrieben von einer Gutsherrin im Jahre 1875. In einem Kapitel beschreibt die gute Frau was alles zu einem Weihnachtsessen gehört. Da gibt es die selbstgemachten Klöße, den Rotkohl und einen “Hoppel-Poppel”, ein heißes Getränk mit Schnaps und Eiern. Und natürlich auch den Gänsebraten. Die Gans kam natürlich nicht aus der Tiefkühltruhe, sondern wurde gemästet, geschlachtet, gerupft, gefüllt und fünf (5!!!) Stunden lang beschmort. Von den riesigen Mengen Butter für die Geschmacksverbesserung mal ganz zu schweigen.
Gänsebraten Anno 2008
Heute kommen die Gänse aus Ungarn (wo sie fleißig gestopft werden….) und liegen ausgenommen und verpackt im Supermarkt. Man muss sie nur noch mit Äpfeln oder Kastanien füllen und immer noch ein paar Stündchen schmoren. Umständlich ist das immer noch und fett wie eh und je. Trotzdem ist eine Gans immer noch die Nummer 1 auf der Essenswunschliste zu Weihnachten. Warum eigentlich? Tradition, was sonst! Eine Gans gehört eben dazu.
Warum nicht mal Truthahn?
Engländer und Amerikaner leben zu Weihnachten gesünder. Sie essen Truthahn. In Deutschland nennt man diese eher häßlichen Tiere Puter. Ein Truthahn hat nur die Hälfte der Kalorien, die eine Gans hat. Er hat mehr Vitamine und viel weniger Fett. Pute ist so trocken, jammern viele. Stimmt nicht. Wenn ein Truthahn richtig zubereitet wird, dann bleibt er saftig und zart. Statt Rotkohl frische Salate dazu und wem die selbstgemachten Klöße zu umständlich sind, der nimmt Kroketten aus dem Backofen.
Vielleicht ist Weihnachten ohne Gans und Magendrücken mal eine neue Erfahrung, die zur Tradition werden könnte.
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