Erschreckend: Versicherungsberater beraten grottenschlecht
Die Beratung von Verbrauchern in Finanzfragen ist offenkundig nicht nur bei Banken schlecht. Auch Versicherungsberater bieten ihren Kunden nicht die Beratungsqualität, die erforderlich wäre. Die Tester von Finanztest nahmen die Beratung von 182 Vertretern in 21 deutschen Großstädten unter die Lupe. Das Ergebnis: Von den 26 Assekuranzen, deren Berater getestet wurden, erhielten 20 die Note „Befriedigend“, 6 wurden mit „Ausreichend“ bewertet.

Beratungsfehler schon bei der Bedarfsanalyse
Die Tester stellten ihren Bedarf in zwei verschiedenen Varianten vor: Ein verheirateter Vater von zwei Kindern und eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind unter 12 Jahren. Das Beratungsziel war eine Lösung für die Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall und ein wirksamer Schutz gegen Berufsunfähigkeit. In fast 50 Prozent der Fälle reichten die vom Berater vorgeschlagenen Policen nicht aus, um den Bedarf tatsächlich zu decken.
Vorerkrankungen wurden unterschlagen
Besonders erschreckend fiel jedoch die Tatsache ins Gewicht, dass die Berater bei der Angabe von Vorerkrankungen der Testkunden beim Antrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung grob fahrlässig handelten. Die Tester hatten eine Magenerkrankung und eine Pollenallergie. Solche Erkrankungen sind beim Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung strikt anzugeben, da sonst im schlimmsten Fall der Versicherungsschutz erlischt. Die Berater von Allianz und Alte Leipziger unterschlugen in drei von sieben Testgesprächen mindestens eine der beiden Vorerkrankungen.
Portale im Internet oftmals besser
Internetportale wie z.B: über die Autoversicherung können oftmals besser beraten als ein Verischerungsberater. Zwar gibt es auch hier schwarze Schafe – aber gedruckte Informationen sind oftmals besser aufbereitet als persönliche Beratungen.
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