Brigitte setzt auf Signalwirkung
Die Frauenzeitschrift Brigitte denkt um. Die Macher der größten und bekanntesten deutschen Frauenzeitschrift wollen nicht mehr länger dürre Models zeigen.
Rundschreiben
Es war die Chefredakteurin der englischen Vogue Alexandra Shulman, die ihren Herzen Luft machte. In einer Art Rundschreiben an die wichtigsten Modemagazine in Europa bat sie darum, dass keine Fotos von extrem mageren Models mehr gezeigt werden. Vorausgegangen war ein Brief an alle Designer, künftig Mode auch in größeren Größen zu entwerfen und zu schneidern. Alexandra Shulman appellierte so indirekt an alle Mode schaffenden, auch an die Gesundheit der Mädchen und jungen Frauen zu denken, die immer wieder dem Magerwahn der Designer zum Opfer fallen.
Umdenken
Die Moderedaktion von Brigitte nahm den Appell ernst und entschloss sich zu radikalen Maßnahmen. In der neuen Ausgabe sind keine Frauen zu sehen, die nur noch 40 kg auf die Waage bringen und sich ausschließlich von Mineralwasser ernähren, sondern Frauen von nebenan, Frauen die Kleidergröße 40 und nicht Größe 0 tragen.
Sehen will sie keiner
Die Frage warum Designer immer nur bedenklich magere junge Frauen auf die Laufstege schicken, bleibt unbeantwortet, denn sehen will diese Kleiderbügel auf zwei spagettidünnen Beinen eigentlich keiner mehr. Die meisten Männer mögen Frauen mit Rundungen und sinnlichen Formen. Und auch Frauen können sich mit ihren mega-mageren Geschlechtsgenossinnen nicht identifizieren. Für die meisten Frauen bleibt eine Figur wie sie die Models zur Schau tragen, einfach Utopie.
Nach Meinung von Psychologen hatten der Magerwahn der Designer etwas mit Feindlichkeit gegenüber der Sexualität zu tun, denn diese Frauen verkörpern keine Frauen, sie sind androgyn.
Bleibt aber immer noch ein kleiner Schönheitsfehler. Wenn Zeitschriften wie die Brigitte oder auch die Vogue keine mageren Models mehr zeigen wollen, dann sollten sie auch so konsequent sein und mit dem Diätenwahn aufhören.
Foto: © KeeT – Fotolia.com
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