Millionärsmesse in Moskau – nur noch schöner Schein?
Zum fünften Mal haben sich in der russischen Hauptstadt Moskau die Reichsten der Reichen auf diesem Planeten getroffen. Aber so glanzvoll wie die Jahre zuvor war es nicht.
Die Branche kränkelt
Auch an den russischen Millionären und Milliardären ist die weltweite Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbei gegangen. Es gab zwar auf der diesjährigen Messe für Superreiche viele Besucher, aber kaum Käufer. Im Gegenteil, viele waren einfach nur gekommen um sich ein wenig wehmütig an frühere Zeiten zu erinnern.
Wer kann sich noch einen flotten Sportwagen für schlappe 985.000,- Euro leisten? Wer will noch eine Yacht oder ein edles Rassepferd, wenn doch die Zahl der Milliardäre von 110 auf gerade mal 32 zusammen geschrumpft ist? 520 Milliarden Dollar hatten die reichen Leute in Russland zusammen, jetzt sind es nur noch mickrige 142 Milliarden Dollar.
Schloß gefällig?
Wenn schon keine sündhaft teuren Pelze oder Schmuck an den Mann und an die Frau gebracht werden können, dann doch wenigstens ein Fußballclub in Holland oder ein Schloss in Schottland. Das baufällige Anwesen in den Highlands kostet auch nur noch 3,2 Millionen Pfund. Interessenten gab es in Moskau schon, aber die wollten verhandeln. Die Anzüge für 6.000,- Dollar pro Stück fanden auch keine Abnehmer mehr, genauso wie die 1000 qm großen Appartements in der Moskauer Innenstadt.
Nur ein Aussteller aus Deutschland konnte nicht klagen, denn sein Porzellan, allen voran eine Vase für 32.000,- Euro, fand Käufer. Er erklärt sich das mit dem Hang der Russen zum Kitsch.
Foto: © Stefan Baum – Fotolia.com
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