Willkommen in der neuen deutschen Küche!
Essen soll nicht nur sättigen sondern auch Spaß machen. Nicht umsonst heißt es: Das Auge ist mit. Aber wenn nur für die Augen gekocht wird, dann macht Essen irgendwann keinen Spaß mehr.
Nouvelle Cuisine? Nein danke!
Es war Paul Bocuse, der Anfang der 1980er Jahre die Nouvelle Cuisine weltweit bekannt machte. Die Zutaten waren immer erlesen und zuweilen auch gewöhnungsbedürftig und wurden zu Menüs verarbeitet, nicht als Portionen auf den Teller gebracht, sondern vielmehr als “Portiönchen”. Bei jedem Gang lag eine winzige Beilage Gemüse, Fleisch oder Fisch auf dem Teller. Kein Wunder dass jeder auf diese Weise ein zehn Gänge Menü ohne Probleme bewältigen konnte.
Irgendwann wollten die Feinschmecker zwar immer noch erlesene Zutaten, aber bitte nicht mehr in einer solch übersichtlichen Form. Etwas neues musste her.
Molekulare Küche? Auch nein Danke!
Die Küchen wurden im Laufe der letzten Jahre immer mehr zu Laboratorien und der Koch zum Chemiker. Molekularküche hieß das Zauberwort. Gemüse wurde als Masse in Gelee serviert oder kam als Schaumwölkchen auf die Teller. Jedes Menü passte auf einmal in ein Glas und Suppen waren nicht mehr wirklich flüssig. Das war mal ein Hype, aber irgendwie flachte auch diese Mode wieder ab.
Die Gourmets wollen wieder was handfestes. Zeit für die neue deutsche Küche.
Bodenständige Küche? Ja bitte!
Wild aus den heimischen Wäldern, Wein vom Winzer des Vertrauens, Gemüse was als solches noch zu erkennen ist und Soßen die einfach himmlisch schmecken – das ist die Küche, der nach Ansicht von Experten die Zukunft gehört. Vernünftige Portionen zu vernünftigen Preisen und alles schmeckt wie es schmecken soll, das ist es was modern ist. Und das hoffentlich für lange Zeit.
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