Deutsche Frauen und Mode
Das Urteil fällt vernichtend aus: Deutsche Frauen sind plump, eher ungepflegt, nicht sehr weiblich und irgendwie uniformiert.
Das sagt Ludmilla, eine Russin die seit einigen Jahren in Deutschland lebt. Ihr würde es im Traum nicht einfallen, ungeschminkt auch nur zum Altglascontainer zu gehen. Sie wechselt ihren Look alle drei Monate. Neue Frisur, neues Make-Up und natürlich neue Klamotten.

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Es müssen nicht immer Designer Stücke sein, dazu fehlt ihr auch das nötige Kleingeld, aber die Sachen müssen Pep habe, dass gewisse Etwas.
Deutsche Frauen tragen im Winter unförmige, hässliche Stiefel und ausgelatschte Turnschuhe. Das käme für Ludmilla nie und nimmer in Frage. Zur perfekten Weiblichkeit gehören hochhakige Stiefel und Schuhe, auch bei Schnee und Eis.
Aber woran liegt es, dass russische Frauen soviel mehr Wert auf ihr Äußeres legen, als deutsche Frauen?
Es könnte vielleicht daran liegen, dass russische Frauen wesentlich älter werden als ihr zumeist trinkfreudigen Männer. Manche schaffen zwei oder sogar drei Ehen. Sie müssen immer hübsch und präsent sein auf dem Heiratsmarkt.
Der zweite Grund mag in ihrer Vergangenheit liegen. Wie in allen anderen Ostblockstaaten, gab es auch in Russland sehr wenig zu kaufen und Luxus schon gar nicht. Wenn also Auto und Haus als Statussymbole wegfallen, bleibt nur die Kleidung. Und die haben sich russische Frauen mit viel Geschick und Fantasie selbst genäht.
Heute können sie ihre Sachen kaufen, aber die Botschaft ist geblieben: Ich mache mich so hübsch wie möglich. Nicht nur für andere, sondern auch für mich.
Deutsche Frauen, sagt Ludmilla, denken nur an ihre Kinder, an ihre Männer, an Geld und an ihre Gesundheit. Da bleibt keine Zeit mehr für sie. Und das ist schade, findet Ludmilla.
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